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November 2005
ISK wird 60 Jahre alt Damals Berichte auf dünnem Durchschlagpapier, nun Anlauf zum Topjahr 2006: Die Internationale Sportkorrespondenz (ISK) wird dieser Tage 60 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Die erste Ausgabe des "Sportdienstes" ISK datiert vom 8. Oktober 1945 – und ist auf dünnem Durchschlagpapier in den Archiven der heute in Holzgerlingen bei Böblingen ansässigen Firma noch immer zu bewundern. Top-Meldung vor 60 Jahren: Das Debüt von Max Schmeling als Ringrichter bei einem Boxkampf in Bad Segeberg. Ansonsten rankten sich die Notizen um die Wiederaufnahme des Fußballbetriebs. Und dass in Ermangelung von Sporthallen einige Boxkämpfe im Tigerkäfig (ohne Tiere) eines Stuttgarter Zoos stattfanden.
Jetzt entsteht an dieser Stelle (auf dem Cannstatter Wasen) gerade die neue Porsche-Arena für 7500 Personen. Merke: an Sportstätten herrscht längst kein Mangel mehr – und die "Tempel" tragen inzwischen den Namen von Sponsoren. So weit das Auge reicht. Auch sonst hat der Sport innerhalb von sechs Jahrzehnten eine Entwicklung genommen, die sich ISK-Gründer Kurt Dobbratz (1913 – 1994) damals nicht in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte, als er seine vorsintflutliche Schreibmaschine mit Zweifinger-Stakkato beackerte und angestrengt Sportmeldungen ausländischer Sender im alten Volksempfänger verfolgte. Die Aufgabe der in schwerer Zeit aus dem Boden gestampften Agentur aber blieb bei aller Evolution identisch: den Hintergründen des Sportgeschehens auf den Grund gehen. Über den Tellerrand hinwegblicken, die Menschen hinter der Schlagzeile beleuchten.
Veröffentlicht wurden, seit dem 8. Oktober, als die Zeitungen für die Rubrik "Sport & Spiel" meist nur eine Fünftelseite Platz bekamen, über 7000 ISK-Dienste. 1947 initiierte die ISK die Wahl "Sportler des Jahres", heute eine der bedeutendsten Sportehrungen Europas. Seit 1956 erscheint im gleichen Verlag der Motor-Ableger IMK, seit zehn Jahren organisiert ISK.com Pressearbeit bei sportlichen Anlässen, Mitte Dezember erscheint das "Jahrbuch Sportler des Jahres" als Almanach von zwölf sportiven Monaten.
Neben dem – ziemlich vergilbten – Ordner mit der "Nummer I" erinnert in den Räumen der ISK eher wenig an die gute alte Zeit. Die letzte Schreibmaschine (allerdings elektrisch) führt ein unbeachtetes Dasein, aufgetaucht aber ist beim letzten Umzug (im März diesen Jahres) die Korrespondenz mit einem der ersten freien Mitarbeiter. Man einigte sich auf ein gemeinsames Frühstück als Honorar. Wenn auch die journalistischen Leistungen heutzutage nicht mehr in Naturalien vergütet werden, konnte die Entwicklung der Berichterstatter-Saläre dem Tempo des finanziellen Reibachs mancher Sportler niemals annähernd folgen. Und dennoch nahm auch der Sportjournalismus einen bemerkenswerten Verlauf. Raus aus der Nischenposition, rein in das Zentrum der Medienwelt. Sportteile sind selbst in den Tageszeitungen kleine "Bücher", die elektronischen Medien bieten eine nie gekannte Rundumversorgung.
Die ISK versuchte den Schritt zum ebenso "schnelleren" wie "schrillen" Sport nur teilweise mitzugehen. Die Meldungen der schwäbischen Schreiberlinge und ihrer Mitarbeiter sollen statt oberflächlicher Facts vor allem jede Menge Information bieten. Schnellschüsse sind nicht der Stil des Hauses. Aber Bestandsaufnahmen über jene Sportszene, die von den Fernsehkameras nur bei Olympischen Spielen erhellt wird, gehören unverändert zum Angebot.
Die Zukunft? Im nächsten Jahr feiert der "Sportler des Jahres" seinen Sechzigsten. Für die Turiner Winterspiele und die Fußball-WM 2006 sind die Akkreditierungsanträge für ISK-Redakteure eingereicht. Und die interne Feierstunde fand bei einem Arbeitsessen zur Vorbereitung auf die 59. Sportlerwahl statt. Zeit ist knapp.
Klaus Dobbratz
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