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Juli 2009
Gerd Krämer feiert seinen 90. Geburtstag Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg bewarb sich Gerd Krämer beim „Radio Stuttgart“ und wird vor allem dank seiner guten Englischkenntnisse angenommen. Der Monatslohn: 400 Reichsmark, das reicht gerade für vier Päckchen Lucky Strike auf dem Schwarzmarkt. Seine erste große Bewährungsprobe: Er muss die Ansprache des amerikanischen Außenministers James Byrnes live auf deutsch übersetzen und die „Rede der Hoffnung“ gilt als Aufbruchstimmung in Deutschland.
Schnell macht der gebürtige Stuttgarter seinen Weg als Sportreporter. Er berichtet von den Spielen des VfB Stuttgart und der Kickers, führt die ersten Konferenzschaltungen ein, überträgt 1950 den letzten Boxkampf von Joe Louis in New York. Gerd Krämer entwickelt sich zu einer Reporter-Legende wie Kurt Brumme, Herbert Zimmermann oder Rudi Michel. 1962 wechselt er zum ZDF, moderiert 25 Mal das „Aktuelle Sportstudio“, berichtet von Olympischen Spielen, Europa- und Weltmeisterschaften.
Fast ein Jahr lang arbeitet er an einem Matinee über die einstigen Sport-Helden Ferenc Puskas, Christel Cranz, Juan Manuel Fangio, René Lacoste. Noch heute verfolgt er aufmerksam das Geschehen im Sport, kann allerdings infolge den Nachwirkungen einer schlecht verlaufenen Hüftoperation das Wohnzimmer nicht mehr verlassen und wird lebevoll von seiner Ehefrau Eva gepflegt. Mit Wehmut erlebte er zuletzt den Abstieg der Kickers in die Viertklassigkeit und hofft, dass der VfB bald die Champions League erreicht. Gerd Krämer, einst ein Sportreporter voller Leidenschaft.
Guido Dobbratz
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