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(26.22 kb)Tischtennis-Match zwischen Firat Arslan (links) und Thomas Walter.



Dezember 2008
Ein Trio für vier Stunden

Ein Trio aus der Welt des Sports hat den Stammtisch des Vereins Sportpresse Württemberg (VSW) bereichert. In Stuttgart mischten sich im November 2008 Boxer Firat Arslan aus Süßen, Manager Klaus Kärcher aus Fellbach und Thomas Walter, der Geschäftsführer des Tischtennisverbands Württemberg-Hohenzollern in Stuttgart, unter etwa 20 Sportjournalisten. Nach einer kurzen Vorstellung hielten die Gäste nicht etwa Vorträge, sondern plauderten von Beginn mit den Kollegen, die ihren Feierabend in gemütlicher Runde genießen wollten und Kameras sowie Notizblöcke ausnahmsweise zu Hause gelassen hatten.

Wenige Tage nach der K.o.-Niederlage seines Kollegen Luan Krasniqi aus Rottweil und auch nur sieben Wochen nachdem er selbst seinen Weltmeistertitel verloren hatte, betonte Box-Profi Firat Arslan, dass ein Sportler den Blick immer nach vorne richten müsse. Er glaube an sich, ebenso ließen ihn sein Stall Universum und das ZDF nach der Niederlage gegen Guillermo Jones aus Panama nicht im Stich. Arslan erzählte von seiner Vergangenheit als Hobby-Tischtennisspieler in Süßen und als Türsteher verschiedener Discotheken, aber auch von den Verletzungen, die er im Ring erlitten hat. Gegen Jones zehn Runden lang durchzuhalten, habe sich gelohnt. Zwei, drei Jahre könne er sich noch für weitere Erfolge quälen. Auch wenn jede weitere Niederlage den Weg zurück zum WM-Titel versperren könne, suche er mit 38 Jahren nicht mehr nach Aufbaugegnern, sondern nach Herausforderungen. Zuletzt hätten ihm außer den vielen deutschen Fans auch 15 Millionen Türken zugesehen.

Unmittelbar nach dem DTB-Pokal in Stuttgart wurde Sport-Manager Klaus Kärcher von der PR-Agentur Vitesse in erster Linie auf seinen Klienten Fabian Hambüchen und den vermeintlichen Konflikt mit dem Deutschen Turner-Bund angesprochen. Ähnlich wie Arslan betonte auch Kärcher, dass im Sport nicht alles planbar ist. Mit Niederlagen müssten die Athleten selbst, die Fans und die Journalisten leben. Kärcher bat um Verständnis dafür, dass Hambüchen als deutscher Vorzeigeturner den Medien nicht immer, nicht überall und nicht beliebig lange zur Verfügung stehen kann. Auch für „Fabi“ sei der sportliche Vergleich das Wichtigste. Deshalb habe der Turner die Saison trotz schmerzhafter Fingerverletzung nicht vorzeitig beenden wollen.

Für eine bleibende Erinnerung an den VSW-Stammtisch sorgte Thomas Walter, der als Vertreter der Württembergischen Tischtennisspieler gekommen war. Sein Besuch war eine der ersten Werbemaßnahmen für die Europameisterschaft in Stuttgart im September 2009. Also verteilte Walter Mini-Schläger und Zelluloid-Bälle mit EM-Aufdruck. Eher ernüchternd waren für ihn die Einschätzungen der anwesenden Fernseh-Vertreter, die Walter keine großen Hoffnungen auf einen dauerhaften Anstieg der Präsenz des Tischtennissports machten. Doch Walter nahm auch die Anregung mit, bei der Terminplanung im Bundesliga-Alltag auf grundlegende Bedürfnisse des Fernsehens einzugehen. Für ihn hat Tischtennis eher den Charakter eines Mannschafts-, denn eines Einzelsports. Nicht zufällig seien viele Erstliga-Vereine in ländlichen Gebieten zu Hause. Vor diesem Hintergrund rechnet Walter in absehbarer Zeit auch nicht mit einem Stuttgarter Bundesligisten.

Als Gastgeber dachte Klaus Dobbratz beim VSW-Stammtisch voraus. Vielleicht könne man schon kurzfristig eine „Mixed Zone“ organisiere, im Rahmen einer Podiumsdiskussion den vermeintlichen Niedergang der Sporthauptstadt Stuttgart thematisieren und damit womöglich selbst Eingang in die Medien finden. Auch andere der Stammtisch-Gäste aus Stuttgart und dem Umland erinnerten sich ein wenig wehmütig an frühere Jahre. Schon im eigenen Interesse wären alle an vielen sportlichen Großereignissen und regionalen Erfolgsgeschichten wie zu Zeiten eines Boris Becker sehr interessiert. An weiteren VSW-Veranstaltungen dürften sie ebenfalls interessiert sein. Dafür spricht schon der Umstand, dass sich die kollegiale Runde erst nach 23 Uhr und vier Stunden Gedankenaustausch auflöste.

Einen weiteren Artikel gibt es auf der Seite des TTVWH: http://ttvwh.de/index.php?content_id=1008&category_id=3.

Ralf Kohler



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