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Frühjahr 2008
Marcel Schäfer - der Mann, der hinter www.torwart.de steht Seite 1 von 3
Weshalb benötigen Torhüter eine eigene Plattform – werden diese von den anderen Medien, die sich mit Fußball beschäftigen, nicht genügend gewürdigt?
Zum einen sehen sich die Torhüter zum großen Teil als Individualsportler, die ihren Sport in einer Mannschaft betreiben. Torwartspezifische Themen und Belange kommen daher innerhalb der Mannschaft oftmals zu kurz. Es gibt daher für Torhüter nichts Schöneres, als sich mit anderen Torhütern über ihre Themen zu unterhalten und auszutauschen. Selbstverständlich wird auch in den etablierten Medien regelmäßig über den Torwartbereich berichtet. Allerdings zeigt sich, dass das Torwartspiel und die Themen, die die Torhüter bewegen, sehr vielschichtig und auch komplex sind. Daher beobachten wir, dass die Berichterstattung in den anderen Medien oftmals sehr oberflächlich durchgeführt wird. Mit der torwart.de-Plattform decken wir genau diese Bereiche ab: wir vernetzen die Torhüter untereinander und arbeiten diverse torwartspezifischen Themen detailliert auf.
Für eine Homepage ist eine prägnante Adresse extrem wichtig. Wie schwer war es, an die Adresse "www.torwart.de" zu kommen?
Die Idee für torwart.de wurde von mir bereits Ende der 90er Jahre entwickelt als das Internet und darauf basierende Geschäftsmodelle eine deutlich geringere Akzeptanz als heute hatten. Das frühe Experimentieren und der frühe Start von torwart.de haben sich bewährt.
Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, mit einer speziellen Homepage für Torhüter an den Start zu gehen?
Ich hatte während meines Studiums die Möglichkeit, im Rahmen eines Sportstipendiums für eine gewisse Zeit in den USA zu leben und dort für ein Collegeteam im Tor zu stehen. In den USA herrschte damals eine bemerkenswerte Aufbruchstimmung im Bereich der neuen Medien und des Internets. Es dauerte nicht lange bis der Funke übersprang, auch für Torhüter ein spezielles Portal zu gründen.
1998 war "www.torwart.de" als erstes Torwartportal im Internet vertreten. Was hat sich in den zehn Jahren zwischen 1998 und 2008 geändert?
Im Bereich der Technologie ist es offensichtlich, dass das Medium Internet aus unserem Alltag und somit auch aus der Sportberichterstattung nicht mehr wegzudenken ist. Für torwart.de bedeutet dies, dass wir in Fußballerkreisen als Fachportal im Torwartbereich eine breite Durchdringung und Akzeptanz geschafft haben. Vor zehn Jahren konnte noch nicht jedermann unsere Idee richtig einordnen. Diese Verständnisprobleme gibt es heute bei unserer Klientel kaum noch. Im Torwartbereich stellen wir fest, dass in den letzten Jahren das Thema Torwart noch intensiver diskutiert wird. Man denke dabei nur an die T-Frage, die vor der WM 2006 Jürgen Klinsmann zu lösen hatte und uns vor größere Serverprobleme gestellt hatte.
Hatte das Platzen der Internetblase zu Beginn des 21. Jahr-hunderts Auswirkungen auf das Portal?
Wir hatten weder ein unrealistisches Konzept noch verbrannten wir unnötig Marketinggelder innerhalb kürzester Zeit, wie es viele Firmen damals getan haben. Insofern waren die Auswirkungen nicht wirklich spürbar. Das langfristig ausgelegte Konzept zur Portalentwicklung und die realistische Zielsetzung machten es möglich, diese Zeit unbeschadet zu überstehen.
Gibt es eine Lieblingsrubrik der User?
Materialfragen, Inhalte zum Torwarttraining und natürlich die Beschäftigung mit den großen Torhütern der Zunft sind sehr beliebte Rubriken. Zudem wollen die Torleute untereinander interagieren und sich gegenseitig Tipps geben.
Inzwischen gibt es auch eine eigen Zeitschrift: "TORWART". Weshalb wurde zusätzlich zur Homepage noch eine Print-ausgabe auf den Markt gebracht?
In den letzten Jahren lässt sich eine Zunahme weiterer Fußball- und Sporttitel im Zeitschriftenmarkt verzeichnen. Allerdings gab es bisher noch kein Fachmagazin für das weite Feld des Torwarts. Das torwart.de-Portal mit seiner großen Reichweite innerhalb der Torhüter ist die ideale Brücke, um ein spezielles Magazin für Torhüter auf den Markt zu bringen. Für unser Team war es trotzdem eine große Herausforderung, dieses Projekt zu realisieren. Produktion und Vermarktung des Magazins funktioniert in einigen Bereich anders als im Onlinebereich. Die bisher positive Resonanz auf das Magazin zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
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