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Frühjahr 2007
Ralf Kohler: „Ich war ein Tiger im Käfig“

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Im September 2005 hat die Pforzheimer Zeitung für die Ausgabe Mühlacker einen neuen Sportteil ins Leben gerufen. Wie kam es dazu - gerade in Zeiten von Ab- und Rückbau?
Das hat in erster Linie mit zwei Dingen zu tun. Als regional erfolgreiche Zeitung hat die Pforzheimer Zeitung gerade in und um Mühlacker starke Konkurenz: In erster Linie durch das Mühlacker Tagblatt. Die andere Sache ist die, dass Mühlacker genau da liegt, wo sich Baden und Württemberg treffen. So wie de Menschen teils mehr in Richtung Pforzheim oder Karlsruhe orientiert sind und teils Richtung Stuttgart, ist es auch im Sport so, dass die einen im Badischen und die anderen im Württembergischen spielen. Ganz ohne Zweifel sorgt die Sportredaktion in der PZ-Zentrale seit jeher für einen richtig guten Sportteil. Nur: Was im östlichen Enzkreis und insbesondere im Württembergischen passiert, das können sie nicht in dem Maße abdecken wie der Mitbewerber.

Und wie sind Sie ins Spiel gekommen?
Als im Sommer 2005 Jürgen Metkemeyer von der Frankfurter Rundschau als neuer Chefredakteur zur Pforzheimer Zeitung kam, habe ich mich bei ihm beworben. Er hat mich dann an Peter Marx, den Leiter der Außenredaktion Mühlacker, vermittelt. Ich dachte erstmal gar nicht, dass ich dort Sport machen könnte. Doch zufälligerweise hat der Ressortleiter gerade jemanden wie mich gesucht, der als regelmäßiger freier Mitarbeiter auch in Sachen Sport dem Lokalrivalen Mühlacker Tagblatt Feuer geben würde.

Wie haben Sie reagiert?
Ich hatte harte Zeiten hinter mir. Genau zum Ende meiner Studienzeit überkam mich eine totale Flaute. Als freier Journalist ging wenig, hunderte Bewerbungen um ein Volontariat oder etwas Festes waren erfolglos. In so einer Situation darf man nicht lange fackeln. Ich war sozusagen ein Tiger im Käfig: Einerseits wusste ich, dass verdammt viel in mir steckt. Das hatte ich während meines Studiums in Stuttgart schon jahrelang gezeigt. Andererseits war die Situation zermürbend und einfach von vorne bis hinten unangenehm.

Werden Sie doch mal konkreter...
Nun, ich habe viel versucht, habe parallel den Aufbaustudiengang Journalistik an der Universtät Hohenheim besucht und an der Universität Krems einen Haufen Geld hingeblättert, um den berufsbegleitenden Lehrgang Qualitätsjournalismus zu belegen. Diesen habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen, was mir aber auch keine feste Stelle gebracht hat.


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