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Winter 2009
Rugby-Präsident Bach: „In Württemberg ist die Lage besser denn je“ Seite 1 von 5
Herr Bach, freuen Sie sich schon auf die Reise nach Rio de Janeiro im Jahr 2016 oder hätten Sie Madrid, Chicago oder gar Tokio als Austragungsort der übernächsten olympischen Sommerspiele bevorzugt?
Rio ist klasse. Dort war ich schon einmal. Im August 1979 mit dem SC Neuenheim während einer Südamerika-Tournee. Damals haben wir in Argentinien ein Spiel gewonnen, eines haben wir hoch und eines knapp verloren. Wir waren dann auch zum Baden in Iguazu und in Rio. Als junger Spieler hatte ich auf diese Reise zwei Jahre lang gespart.
Werden Sie 2016 eher als Zuschauer, als Journalist oder eben als Präsident des Deutschen Rugby-Verbandes dabei sein, sofern sich Deutschland qualifiziert?
Wir werden 2016 dabei sein. Ich werde die Turniere der Männer und Frauen sicher als Journalist verfolgen. Als ein Journalist, der selbst zahlt, alleine schon deshalb, weil keiner mehr für ihn die Kosten übernehmen will.
Präsident wollen Sie in sechs Jahren nicht mehr sein?
Ich bin kein Freund davon, dass Amtszeiten wahnsinnig lange dauern. Bis 2016 vergeht noch viel Zeit. Bei mir geht es dann auch in Richtung Rente. Jetzt haben die Arbeitstage oft 16 Stunden. Es ist sicher so, dass man so etwas nicht endlos machen kann.
Wie gut, denken Sie, wird Rugby in Rio de Janeiro angenommen?
Für das zweitägige Turnier, bei dem Männer und Frauen alternierend spielen sollen, plant das IOC mit einem 80.000-Mann-Stadion. Das wird für Zuschauer eine sehr attraktive Veranstaltung.
Aktuell sind Sie auch Präsident des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg. Können Sie sich vorstellen, dieses Amt auch noch 2016 zu haben?
Das könnte sein, in einer Demokratie ist alles denkbar.
Wenn es um Rugby in Deutschland geht, denkt man an die Zentren Hannover und Heidelberg. Wie stellt sich die Lage in unserem Bundesland insgesamt dar – vor allem in Württemberg?
Was Württemberg angeht, ist die Lage besser denn je. Zunächst einmal ist ja der FV 1893 Stuttgart als Rugbyverein gegründet worden, inzwischen ist das der VfB Stuttgart. 1927 gab es dann den Stuttgarter Rugbyclub, irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg ging es dann unter dem Namen Post SG Stuttgart in Möhringen weiter. Es folgte eine große Insolvenz, auch das Klubhaus stand einmal in Flammen. Der neu gegründete Stuttgarter Rugbyclub steht gerade an der Spitze der zweiten Bundesliga Süd und möchte auch aufsteigen.
Inwieweit ist Rugby außerhalb der Landeshauptstadt vertreten?
Es gibt den RC Rottweil. Dieser Verein wurde 1972 gegründet uns spielt in der Regionalliga. Der RCR leistet eine fantastische Jugendarbeit mit über 100 Kindern.
Wahrscheinlich geht aber auch im Rugby ein stattlicher Teil der Nachwuchsspieler verloren…
Die Drop Out-Quote mag bei etwa 50 Prozent liegen. Im Alter von 16 oder 17 Jahren gibt es oft einen Wendepunkt.
Wann geht es denn in einer personalintensiven Randsportart, was Rugby in Deutschland nunmal ist, überhaupt los?
Es gibt bereits eine U 6, da haben wir 7er-Mannschaften. In meinem Verein, dem SC Neuenheim, haben wir in dieser Altersklasse drei Mannschaften: Jungen und Mädchen spielen da noch gemischt. Kürzlich hat mein Patenmädchen zum ersten Mal einen gleichaltrigen Buben zu Boden gebracht. Nach diesem Erfolgserlebnis hat sie ein Eis spendiert bekommen. Turniere gibt es ab der U 8. Danach kommt die U 10. Ab der U 12 wird 15-er Rugby gespielt, auf einem etwas kleineren Platz.
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