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Mai 2006
Ein Nachruf auf Jutta Deiss Wenn es ihr wieder besser ginge, dann wolle sie ein Fest geben und alle Freunde einladen. Das hat uns Jutta Deiss vor ein paar Monaten geschrieben. Es wäre ein riesiges Fest geworden, denn sie hatte viele Freunde. Alle sind tief erschüttert von der Nachricht: nach kurzer schwerer Krankheit ist Jutta Deiss mit 49 Jahren gestorben.
Jeder, der sie kannte, bleibt fassungslos zurück.
Jutta Deiss, viermal Sportjournalistin des Jahres, war von 1989 bis 2002 nicht nur eine StZ-Mitarbeiterin, sie war die Mitarbeiterin der Sportredaktion. Sie berichtete von Olympischen Spielen, von der Leichtathletik, vom Tennis, vom Eiskunstlauf und vom Motorsport. Auf unnachahmliche Weise gelang es ihr, immer den Menschen hinter der sportlichen Leistung in den Mittelpunkt zu rücken. Jutta Deiss war dabei genauso kritisch wie fair. Und sie war neugierig. Auch wenn sie zum x-ten Mal von einer Eiskunstlauf-WM berichtete, hatte das so gar nichts von Alltagsroutine.
Die herausragende Autorin, die neben der StZ auch auch für die FAZ schrieb und einige Bücher veröffentlichte, öffnete den Frauen durch ihre Redakteurstätigkeit bei den "Stuttgarter Nachrichten" und "Sonntag Aktuell" die Türen in die Sportredaktionen. Aber mindestens genauso vielen männlichen Berufseinsteigern war sie Vorbild – auch menschlich. Sie setzte sich über redaktionelle Hierarchien hinweg, war zum Praktikanten genauso freundlich wie zu einem Chefredakteur. Und wenn Jutta Deiss wieder mal selbst bei einer Sportveranstaltung vorbeischaute, sofern dies ihre Arbeit als Geschäftsführerin der Redaktionsagentur Headline zuließ, war sie der Mittelpunkt im Pressebereich. Alle suchten ihre Nähe. Sie wird uns fehlen.
Aus der Stuttgarter Zeitung vom 20. Mai 2006
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