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Februar 2009
Ein Nachruf auf Gerd Million

Er war immer schnell. Beim kommentieren, beim diskutieren und selbst beim telefonieren. Er besaß die Gabe einen, zu einem eher ungeliebten Reporterauftrag, zu überreden und bevor man zaghaft wiedersprechen konnte, hatte Gerd Million mit einer raschen, freundlichen Verabschiedung bereits wieder aufgelegt.

Er wusste auch rasch was er wollte: Jungreporter beim SDR in den Fünfzigern war viel verlockender, als ein Job als Industriekaufmann in der freien Wirtschaft. Dann festangestellter Redakteur, eine Marke im Haus, später Chef, immer mit einem besonderen Auge für den journalistischen Nachwuchs in der Redaktion.

Sport faszinierte ihn. In allen Facetten und überall. Und über viele, viele Jahre. Er reiste gerne. Aber bitte nicht so weit, dass er sein geliebtes Kilchberg bei Tübingen aus den Augen verlor. Da verzichtete er lieber auf Olympische Spiele oder eine Weltmeisterschaft. Ende 1997, kurz vor der Fusion von SDR und SWF verabschiedete sich Gerd Million in den Ruhestand.

Er konnte gut loslassen nach all den Jahren in den Stadien und Sporthallen. Zuletzt wollte er keine Trauerreden, keine Todesmeldung über Sender, keine Nachrufe am Grab. Er wollte nur seine Frau und seine Töchter mit Familien um sich haben. Nicht aus Verbitterung oder Ärger, sondern einfach, weil es seinem Naturell entsprach und er nach seinen langen Jahren als Sportreporter ein neues, privates Leben begonnen hatte.

Sein Tod im Alter von 74 am Neujahrstag, nach vielen langen Monaten mit der Krankheit ALS, war für ihn wohl eine Erlösung. Wir haben in den vergangenen Tagen beim SWR eine CD zusammengestellt. Mit seinen Begrüßungen in der „Heute im Stadion“ Sendung, seinen unvergessenen VFB Reportagen, Formel 1 Berichten, Handball- und Leichtathletik Einblendungen. Und plötzlich haben alle mitgeholfen: Technik, Archiv, junge und ältere Kollegen aus verschiedenen Redaktionen. Und alle erinnerten sich an viele liebenswerte und schrullige Geschichten, die wir mit ihm erlebt haben. Dies zeigt, wie präsent Gerd Million noch immer im Stuttgarter Funkhaus ist!

Oliver Frick



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